Mittwoch, 28. Juni 2017

King Features Jubiläum Comics




Zum hundertjährigen 
Jubiläum 2014
brachte das 
"King Features Syndicate"
einige Neuinterpretationen 
seiner grössten Comicerfolge
in Heftform bei
"Dynamite" auf den Markt.






"Flash Gordon"
von Alex Raymond
erlebte seine Geburtsstunde
am7. Januar 1934 und
war ein beispielloser Erfolg.




Ab 1944 übernahm Austin Briggs
die Serie, später arbeiteten u.A.



Mac Raboy.




Dan Barry und




Al Williamson daran.




Bei allem Verständnis für
Neuinterpretationen
und veränderte 
Sehgewohnheiten, ...



... kommen mir aber die 
neuen Zeichnungen 
im Vergleich zu den 
früheren Versionen doch 
etwas arg karg daher.
Dieses Männeken im letzten Bild...





... soll der 
gnadenlose Ming sein?






Auch die Neuinterpretation
 von Lee Falks 1934
erfundenem ...


ist doch einigermassen 
gewohnheitsbedürftig.
Auch wenn Zeichner Phil Davis
nie ganz die Brillanz eines
Alex Raymond  oder
Hal Foster erreichte,...







... so gab er "Mandrake" doch ein
unverwechselbares Aussehen...



... das ich mit dem neuen
"Mandrake" nur schwerlich
in Einklang bringen kann.




Und spätestens bei diesem
wackeren Wonneproppen
musste ich doch mit 
Wehmut an ...



... Hal Fosters
wunderbare Bilder
zu Prinz Eisenherz denken.





Ich habe mir schon mit
Fosters offiziellen
Nachfolgern  und der
Variante von Bob Fujitani für
Dell Comics, eher schwergetan.
Für diesen grafischen
Quantensprung bin ich
wohl schlicht und
einfach zu alt.







"Phantom" war eine weitere
Erfindung von Lee Falk, 
und erschien ab 1936.




"Phantom" wurde zuerst von
Ray Moore, ...




... dann von 
verschiedenen Zeichnern
und in verschiedenen 
Ausdrucksformen
gestaltet.

Immerhin bleibt hier der 
Wiedererkennungseffekt
dank der allseits beliebten
Dominomaske erhalten.




Nun, es gehört wohl eine
gehörige Portion
Mut dazu, sich
als Zeichner an
derartige Klassiker zu wagen.
Oder ist es eher Unverfrorenheit,
der Unkenntnis geschuldet,
an welchen Göttern des
Zeichnerolymps man sich da
zu messen wagt?




Auch "Jungle Jim" der wilde Abenteuer
im tiefsten Urwald
erlebte, ...




...stammte aus der Feder
von Alex Raymond und
der Tropenhelm gehörte
unabdingbar
zu seinem Outfit.




Davon ist nicht mehr 
viel übrig geblieben.




Nun durchstreift er,
cross-overmässig,
die Dschungel von Arboria.




Ich habe mir vor Jahren
im Zusammenhang mit
Hans Rudi Wäschers
Helden "Nick"
Gedanken darüber
 gemacht, ob
man Comichelden
aus ihrer Zeit und
ihrem angestammten
Universum umsiedeln
kann und darf.
Ich habe noch keine
Antwort gefunden.
Bis jetzt ist mir noch kein
wirklich überzeugendes
Beispiel für eine
gelungene Neuadaption
bekannt geworden.

Dienstag, 27. Juni 2017

Charles Williams




Wieder einmal in
 alten Kisten gewühlt
 und alte Schätze
 wieder entdeckt.




Diesmal die Romane 
von Charles Williams 
(13. August 1909 - ca.7. April 1975) 
die Anfang der 1960er Jahre 
bei Heyne erschienen sind.




Sie halten noch immer,
was die Klappentexte versprechen.
“120000 Dollar waren geboten.
 Dafür erwartete man
nur ein paar kleine Gefälligkeiten 
von mir: Ich sollte in
ein Haus einbrechen, ohne 
die Visitenkarte abzugeben
Einen Kugelregen überstehen,
 ohne nass zu werden.
Zweihundert Polizisten für
 harmlose Touristen halten.
Und in einer Mörderin den 
verhinderten Engel entdecken.
Ich liess mich vor ihren 
Karren spannen. Bis mir klar
wurde, daß diese Frau noch
 viel gefährlicher war als
das Spiel, das sie trieb.”





Ich habe die Bücher 
 vor einem halben 
Jahrhundert verschlungen.
Die Romane erlebten 
eine Reihe von Neuauflagen,...





... bis dann der Schriftsteller 
urplötzlich, 
wohl auf Grund seines 
Todes  durch Selbstmord ,
von der Bildfläche verschwand
 und zu unrecht, weitgehend
 in Vergessenheit geriet. 





Vielfach unterschätzt, reiht man
Williams  wohl deshalb nur  in die
  zweite Garnitur der 
amerikanischen Noir-Autoren 
 der 50er- und 60er-Jahre ein. 




 spricht allerdings
von ihm als 
“one of the most undeservedly
 neglected writers of 
his generation”.




Williams schrieb 
“Zellstoffliteratur”
 wie der Google
 Uebersetzungsdienst
 das Wort “Pulp” übersetzt, für ...




... “Gold Medal” eine Gründung des
 Fawcett Verlags, die sich auf 
Originaltaschenbücher
spezialisierte und
 die Pulphefte der 
30er und 40er Jahre
 allmählich ablöste.

1951 veröffentlichte er seinen
 ersten Kriminalroman  'Hill Girl', 
der sich so gut verkaufte,
 dass Williams 
das Schreiben zu seinem 
Hauptberuf machte.




Einige von Williams' besten 
Romanen spielen auf hoher See,...




... andere in tristen, amerikanischen 
Provinzstädten.
Protagonisten der eher 
pessimistischen 
Thriller sind meist 
Männer, die sich halb
  unverschuldet,
halb selbstverschuldet in 
immer grösser werdende 
Schwierigkeiten manöverieren,
 meist durch tatkräftige
Unterstützung einer schönen, 
aber skrupellosen Frau.




Daneben schrieb er mit
 'Der Diamanten-Bikini' 
und 'Mondschein-Whisky',
zwei eher heitere Romane
 aus der Perspektive
 eines siebenjährigen Jungen.




Einige  Romane  dienten
als Vorlagen für  Filme, so etwa 
François Truffants 
"Auf Liebe und Tod"
 (1982) und Phillip Joyces 
"Todesstille" (1988) oder “Hot Spot”
von Dennis Hopper.
In Frankreich , wo etliche
seiner Romane als Filme adaptiert
 wurden, soll er heute noch 
beliebt und hochgeschätzt sein
in deutscher Sprache ist er nur
noch antiquarisch erhältlich.


Montag, 26. Juni 2017

Sense und Wetzstein




Ganz und gar verschwunden
ist die Sense wohl noch nicht,
 dafür aber so viele Bauernbetriebe
in stadtnahen Gebieten, dass
Kinder weder das Wort kennen, 
noch wissen wofür eine Sense
zu gebrauchen ist.




Dabei war der "Heuer"
nach Ferdinand Hodler ...




...  noch
in  meinen frühen Jahren
als Banknote im Umlauf
und im Volksmund "war 
eine Hunderternote noch
lange Zeit "ein Heuer".



Albin Egger Lienz



Der "mähende Bauer"
war bis vor einem halben 
Jahrhundert noch ein
beliebtes Motiv
in der Malerei.




Mit der Sense zu mähen
ist eine anstrengende Kunst,
was Jeder bestätigen wird,
der es einmal versucht hat.
Heute haben Mähmaschine
Fadenschneider  und Rasenmäher
die Sense weitgehend abgelöst.




Ebenso in Vergessenheit geraten
 sind damit Tätigkeiten wie
"dengeln" "die Sense schleifen",...





... oder Wörter wie der Wetzsteinhalter,
auch  "Kumpf"
genannt.




 S Ramseiers wei go grase,
    s Ramseiers wei go grase,
    s Ramseiers wei go grase,
    wohl ufe Gümmeligebärg.

    Fidiri, fidira, fifiralalalala,
    Fidiri, fidira, fidiralalalala,
    s Ramseiers wei go grase,
    wohl ufe Gümmeligebärg.

Das alte Lied wird zwar
noch gesungen,
aber ob  verstanden
wird, um was es genau
geht, sei dahingestellt.



In einer
 am 9. Oktober 1963
 ausgestrahlten Sendung
"Die Bill Ramsey Story" führt
Bill Ramsey seinen Namen sogar auf
die Ramseiers zurück.
Aber ich schweife ab...




Während der Bauernkriege
wurden Sichel und Sense
zu Waffen umfunktioniert.







Da und dort hört man noch
den Begriff Sensenmann,
 auch bekannt
als "Schnitter Tod"von
dem der Ausspruch
"Jetzt ist Sense"
sich ableitet.




Ein ungewöhnlich
geschwungenes Sensenblatt
findet sich auf Arnold Böcklins 
Bild "Die Pest"