Samstag, 27. Februar 2016

Cane Fu





 Wie wir nicht zuletzt 
von Mr. Holmes wissen,
war es zu der Zeit, 
als der “walking stick” 
noch unabdingbarer Bestandteil
der Garderobe eines Gentleman war, 
 gang und gäbe, diesen Stock auch 
als  Waffe einzusetzen. 
Abgesehen von Stockdegen mit 
versteckter Klinge oder
eingebauten Pistolen wurde der 
Stock etwa in ...




... Edward Barton Wrights
 Selbstverteidigungssystem
 und in Professor
Pierre Vignys "La Canne"
eingesetzt...




... das u.a. die Benutzung
von Spazierstöcken und
 Regenschirmen zur
 Selbstverteidigung neu definierte.
 E.W. Barton-Wright machte dieses System mit
seiner Artikelserie "Self Defence
with a Walking Stick", publiziert
im "Pearson's Magazine 1902. Essay on
Pierre Vigny's stick fighting method"
bekannt.




Auch Bat Masterson wusste
die Qualitäten eines
ordentlichen Gehstocks zu schätzen.






Währenddessen die Damenwelt,
wie hier Madamae Vigny,
auch Parapluie und Parasol
einsetzte.




Von Vignys System beeinflusst
war auch das 1923
erschienene Buch von
Superintendent H.G. Lang,
The "Walking Stick"
Method of Self-Defence by
 "an officer of the Indian Police".




Eine ungewöhnliche 
Renaissance erlebte 
die Selbstverteidigung
mit dem Gehstock  zur
Zeit in den Seniorenheimen 
der USA.




Getreu der Devise
"Speak softly and carry a big stick",
üben sich gehbehinderte, ältere
Menschen in einem
"Cane Fu" genannten
System, das lehrt, wie
der Krückstock gegen
allerhand lichtscheues
Gesindel eingesetzt werden kann.





Das von Mark Shuey begründete 
hybride System
enthält Stockkampftechniken
der verschiedensten Kampfsportarten,
abgestimmt auf die reduzierte
Beweglichkeit älterer Leute.






Einen interessanten Einblick in
den Herstellungsprozess von
Gehstöcken findet sich auf der Website
Michael Geyer Stockmanufaktur.